In Rügheim wird die Konfirmation am Sonntag nach Ostern, dem sog. „Weißen Sonntag“ gefeiert. Sie ist schon seit je her mit vielen Vorbereitungen verbunden. Zwei Dinge sollen hier näher betrachtet werden:
1.
Eine schöne Tradition ist das Aufstellen von mit 144 Papierrosen geschmückten Fichtenbäumchen: (Fichten wachsen sehr schnell). Dafür werden im Laufe des Jahres die Rosen gebunden: Für jeden, der konfirmiert wird, für die Kirchenempore und manchmal auch auf Wunsch für die Kommunionkinder dieses Jahres. Das „Rosenbinden“ ist ein großes Highlight im Dorf. Es wird von den Eltern der Präparanden organisiert und viele aus dem Dorf beteiligen sich. Auch für Getränke und Speisen wird dabei gesorgt.
Doch warum genau 144? Dies geht auf Offenbarung 7, 4 oder 14,1 zurück. Kann aber auch für den Alten und neuen Bund gelten: 12 Söhne Jakobs mal 12 Apostel.
Die Bäumchen werden gemeinsam von den Vätern aus dem Wald geholt. Am Samstag vor der Konfirmation werden sie dann geschmückt und von Dorfkindern den mit einem Wägelchen und viel Gehupe verteilt. Auch die Kirche wird an diesem Tag schmückt.
2.
Vor der Konfirmation wird dann der Kirchenputz gemacht und am Konfirmationstag der Weg mit Hackschnitzeln (früher mit Fichtenreisig) vom Pfarrhaus zur Kirche gelegt. Diese müssen dann natürlich auch wieder entfernt werden.
Woher kommt der Brauch den Weg vom Pfarrhaus zur Kirche mit Fichtenreisig zu streuen? Das könnte zwei Gründe haben: Der praktische: Früher waren die Wege nicht gepflastert, die Konfirmanden kamen so mit sauberen Schuhen in die Kirche. Theologisch gesehen soll dieser „Teppich“ den Weg zu Gott symbolisieren.
