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Kirchenvorstand

Klausurtag der Kirchenvorstände

Zum Thema „Gottesdienste feiern“ trafen sich die Kirchenvorstände aus Kleinmünster und Rügheim am 9. Februar in Oberlauringen. Wir feierten dort den Gottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche mit, den Dekan Jürgen Blechschmidt hielt. Anschließend trafen wir uns im Schloss, dem Hauptgebäude der Jugend- und Behindertenhilfe-Einrichtung „Haus Gottesgüte“. Mit einem „Gottesdienst-Quiz“ stimmte Dekan Jürgen Blechschmidt ins Thema ein. Danach ging es um die Entwicklung unserer heutigen Gottesdienste. Wie entstand die Form, seit den Gottesdiensten des Volkes Israel, das bei seinem Zug durch die Wüste ja auch schon Gottesdienste gefeiert hat. In dieser Zeit hatte das Volk Israel im Allerheiligsten der Stiftshütte die Bundeslade mit den Steintafeln, die 10 Gebote. Die Traditionen aus dieser Nomadenzeit wurden später übernommen. Auch der Tempel, den König Salomo baute, und der zweite, der zu Jesu Zeiten in Jerusalem war, hatten das Allerheiligste, wo nur der Hohepriester einmal im Jahr hineindurfte.  In jüdischen Gottesdiensten im Tempel und in den Synagogen, gab es schon immer Wechselgesänge (Psalmen),  Lesungen und am Schluss den Segen, bekannte Elemente auch bei uns. Man las aus der Tora (den 5 Büchern Mose) sowie den Prophetenbüchern.  Diese Synagogengottesdienste haben die ersten Christen übernommen. Neu hinzugekommen sind u. a. Worte Jesu und das Gebet von Jesus, das Vaterunser. Der Schwerpunkt des Gottesdienstes hatte sich jedoch verlagert. Hatten die Juden Gott Opfer dargebracht – Brand- oder Tieropfer waren damals üblich – so war nach christlichem Verständnis der Gottesdienst eher umgekehrt ein Dienst Gottes an den Menschen. In der Reformationszeit wurden viele katholischen Elemente weiter beibehalten. Neu war, dass die Messe nicht mehr auf Latein, sondern auf Deutsch gefeiert wurde. Und nach evangelischem Verständnis spielt die Gemeinschaft eine größere Rolle.  Der Ablauf ist konzipiert als Gespräch zwischen Gott und den Menschen. Viele Lieder bringen Lob und Dank musikalisch zum Ausdruck.
 
Nach dem Mittagessen bekamen wir eine Führung durch die Räume des Hauses Gottesgüte. Wir besuchten eine Gruppe und bekamen von einigen Kindern stolz ihre Zimmer gezeigt. Nach einem Abstecher in den Park und zum Spielplatz ging es auch noch in die neuen Schulräume, die mit den neuesten Gerätschaften ausgestattet sind. 
 
Am Nachmittag kam dann Pfarrer Hohlweg zu uns, der die Gedanken zu unserer Gottesdienstform vertiefte und mit uns überlegte, was uns selbst, ganz persönlich, wichtig an einem Gottesdienst ist und welche Motivationen es alles gibt, am Sonntag aus dem Bett zu kommen und einen Gottesdienst zu besuchen. Nach diesem spannenden Austausch beschlossen wir den Tag zusammen mit einer Andacht und machten uns noch vor dem Sturm wieder auf den Heimweg. Wir werden weiterhin an diesem Thema arbeiten und sehen, was wir daraus hier umsetzen können