Grußwort

Liebe Leserin, lieber Leser

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.“ Lukas 18,31

Jesu Worte sprachen zu uns zu Beginn der Fastenzeit. Jesus wusste im Voraus, was ihn erwartete und wohin sein Weg führen würde. Die Jünger verstanden nichts davon. Sie warteten auf einen Retter, der triumphierend in Jerusalem einziehen, die Worte der Propheten erfüllen und das wahre Israel wiederherstellen würde.

Jesu Leidensankündigung hat seine Jünger damals so schockiert, weil es für sie un¬begreiflich und anstößig war, dass Gottes Retter und Friedens¬könig so schmählich zugrunde gehen soll. Im Nachhinein jedoch verstehen wir die Worte des Herrn, der Heilige Geist hat sie uns auf¬geschlossen: Jesus musste leiden und sterben, weil er auf diese Weise die Sünden¬schuld der Menschen abbüßen konnte. Und nur so, auf der Basis der Sünden¬vergebung, konnte sein ewiges Friedens¬reich auf¬gerichtet werden. Wie gesagt, im Nachhinein ist es klar, was den Jüngern zuerst ganz anstößig war.

Oftmals haben wir ähnliche Erwartungen an Jesus. Wir wünschen uns einen siegreichen, allmächtigen Herrscher, der die Welt endlich in Ordnung bringt. Doch Jesus tut dies nicht. Er folgt dem Willen seines Vaters, geht ans Kreuz und erleidet diesen erniedrigenden Tod, um die Erlösung zu vollbringen.

Der Weg durch die Fastenzeit ist nicht einfach; es ist schwer zu akzeptieren, dass unsere Vorstellungen und unser Wille oft völlig anders sind als Gottes.

Aber wir sind auf dieser Reise nicht allein; viele unserer christlichen Brüder und Schwestern und sogar Jesus selbst begleiten uns, damit wir nach Karfreitag die Freude der Auferstehung und des Osterfestes erleben können, die wir ohne diese Reise niemals erleben könnten.

Matyas Beke